DAS ESSZETT: SCHÖNER LEBEN MIT OHNE.

Viele haben es schon immer geahnt, auch wenn immer wieder von einer Verschwörungstheorie die Rede ist: Das Esszett ist gar kein Buchstabe, sondern ein typografischer Unfall. Von A bis Z gibt es 26 Buchstaben. Doch das Esszett gehört nicht dazu. Das ist die Wahrheit.

Wie hat es das kleine, bucklige Häkchen trotzdem in unseren Alltag geschafft? Und wer hat‘s erfunden? Die Schweizer jedenfalls nicht. Denn das sympathische Bergvolk ignoriert es genauso wie der Texter dieser Zeilen - ausser natürlich bei Texten für Kunden. Rechtschreibreformen hin oder her. 

Das Mittelalter: Die Esszett-Verschwörung beginnt.

So um 1300 mogelt sich das Esszett ins deutsche Alphabet. Doch als einziger Buchstabe ohne Variante als Grossbuchstabe ist und bleibt es unvollständig. Und hat auf keiner Tastatur der Welt eine eigene Taste

So unklar wie sein Platz im Alphabet ist auch seine Bezeichnung. Von „Straßen-S“, „Buckel-S“, „Ringel-S“, „Rucksack-S“ bis hin zu „Dreierles-S“ reichen die Varianten. Das macht den typografischen GAU auch nicht besser: Das Esszett ist und bleibt ein kleines hässliches Häkchen das die Welt nicht braucht. Und das in der Computerwelt immer wieder für Irritationen sorgt, weil es eben ein Sonderzeichen ist und kein vernünftiger Buchstabe. Auch, wenn es mittlerweile bei der Grossschreibung geduldet wird. Was  weiterhin unästhetisch bleibt.

Wie das Esszett verunglückte.

Ausserirdische besuchen zum ersten Mal auf der Erde. Sie wollen der Menschheit eine wichtige Botschaft übermitteln: Mit einem Laserstrahl schreiben sie „Schöne Grüsse aus dem Universum“ in ein Weizenfeld. Zeitgleich erfindet Mönch Berthold Schwarz das Schwarzpulver. Aus Versehen, als er mit einem Mörser Salpeter, Schwefel und und Holzkohle zerstampft. Bumm! Die Ausserirdischen erschrecken, der Laser rutscht ab und aus dem Doppel-S wird ein Esszett. Übrigens hinterlassen Ausserirdische seit dem nur noch Muster in Feldern, die so genannten Kornkreise